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ZEIT CAMPUS Dr. Fantastic

By 31. Dezember 2014No Comments

Wer seinen Doktor macht, forscht jahrelang – und schreibt ein Buch, das kaum einer liest. 23 Tipps, wie die Veröffentlichung besser klappt. So wie Erik Wegerhoff zum Beispiel, dessen Dissertation noch ein großer Erfolg werden könnte. Dissertationen als Bestseller – nach „Darm mit Charme“ doch gar nicht mehr so undenkbar? Für ZEIT CAMPUS 6/2014 habe ich mir mehrere angeschaut und von großen Schriftsteller*innen, Ärzt*innen und Publizist*innen unserer Zeit rezensieren lassen. Etwa diese hier:

11. Dissertationen, die es zu lesen lohnt (1): Geschichte

„Ich habe beim Lesen gar nicht gemerkt, dass ich eine Dissertation in der Hand halte. Das Kolosseum: Bewundert, bewohnt, ramponiert von Erik Wegerhoff ist ein hinreißend geschriebenes, vergnügliches Werk, verlässlich recherchiert und stilsicher. Der Autor unternimmt darin eine Zeitreise durch die abwechslungsreiche Geschichte eines leblosen Gemäuers. Das Kolosseum in Rom steht uns heute als Ruine vor Augen. Wegerhoff untersucht: Wie wird es in Szene gesetzt? Welche Spuren der Geschichte sind längst getilgt worden, was ist noch sichtbar? Er analysiert das Kolosseum als Brennspiegel der europäischen Geschichte. Ein Rezensent monierte, dass man in diesem Buch nicht erfährt, wann exakt das Kolosseum gebaut, wie lange daran gearbeitet worden ist und wie viele Menschen hineinpassten. Das finde ich aber gerade ansprechend an dieser Dissertation. Informationen, die ohnehin überall abrufbar sind, führen zu einem Übermaß an Empirie in wissenschaftlichen Arbeiten. Im Hochschulbetrieb wirkt es oft so, als gelte die Regel: Je sperriger ein Text ist, umso wissenschaftlicher ist er. Das sehe ich anders. Wegerhoff kann schreiben. Es ist ein Genuss, seine Dissertation zu lesen.“

Andreas Beyer ist Professor für Kunstgeschichte an der Uni Basel. Er rät zur Dissertation von Erik Wegerhoff, die im Wagenbach Verlag erschienen ist

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