— GUSTAV BEYER

ZEIT Campus
Agatha Christie, die schreibende Chemikerin

Zwei Dinge liebt Agatha: Literatur und Chemie. Als sie beides verbindet, wird sie zur erfolgreichsten Krimiautorin der Welt. Schneller lässt sich die Zufallskette kaum beschreiben, die Agatha Christie von einem aussichtslosen Musikstudium abgebracht und zur Dichtung zahlloser literarischer Morde veranlasst hat. In ZEIT Campus 3/2014 habe ich mich mit ihrer bewegten Jugendzeit auseinandergesetzt.

Es war Giftmord! Daran besteht kein Zweifel für Hercule Poirot, denn die Leiche von Emily Inglethorp weist Spuren von Strychnin auf, einer giftigen Stickstoffverbindung. Während der Privatdetektiv noch rätselt, wer der Täter sein könnte, bereitet Agatha Christie schon ihren nächsten Giftmord vor. Sie hat lange genug in einer Apotheke gearbeitet, um zu wissen, wie man Chemikalien mischt. Und sie hat keine Zeit zu verlieren: Die Leser sind begeistert von ihrem Roman Das fehlende Glied in der Kette aus dem Jahr 1920. Fast jedes Jahr veröffentlicht Agatha Christie nun einen neuen Krimi – und ist damit phänomenal erfolgreich. Ihre Bücher werden von Millionen Lesern gekauft, und ihr Held Hercule Poirot ist so berühmt wie später höchstens Harry Potter. In mehr als 40 Krimis lässt Agatha Christie die Opfer vergiften – und beschreibt das mit wissenschaftlicher Präzision.

Agatha Mary Clarissa Miller wird 1890 in Torquay geboren, einem Seebad in der Grafschaft Devon an der englischen Südküste. Ihre Eltern sind wohlhabend, der Vater ist Privatier, die Mutter eine launische Künstlernatur. So beschreibt es Agatha später in ihrer Autobiografie. Familie Miller lebt in viktorianischem Luxus: Die drei Kinder, Madge, Agatha und Monty, wachsen mit Köchen und Kindermädchen auf. Agatha in die Schule zu schicken kommt für die Mutter nicht infrage. Sie will sie in Freiheit aufwachsen sehen. Agatha sorgt selbst dafür, dass ihr nicht langweilig wird. Sie spielt mit imaginären Freunden und fragt ihre Kindermädchen aus. Von den Bediensteten lernt sie auch, wie man sich als vornehme Dame zu verhalten hat. (…)

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