— GUSTAV BEYER

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Trolle gibts wirklich – ist so

trollmine

Der kleine Troll packte fröhlich seine Arbeitsklamotten zusammen: den Schlägel, das Bergeisen, seine Spitzhacke, stabile Stiefel und ein Vollkornbrot. Heute war der große Tag gekommen. Gemeinsam mit den Jungs sollte die Jagd auf das Erz beginnen. Die Trolle im Land träumten von ewigem Reichtum und Anerkennung der Frauen.

Doch heute hatte der kleine Troll schlecht geträumt. Der Vollmond muss gerade am höchsten Punkt des Himmelszeltes gestanden haben, als der kleine Troll sich maulend im Bett wälzte und Schweißperlen sich in das Bettlaken frästen, das er vor gerade einmal vier Jahren zuletzt gewaschen hatte.

So hatte er sich das nicht vorgestellt.

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Wolken

Der kleine Troll kehrte fröhlich den kleinen Weg vor dem Eingang seiner Höhle. Heute war der große Tag gekommen. Voller Vorfreude säuberte der kleine Troll dieselben Stellen schon zum dritten oder gar zum vierten Mal, in freudiger und gleichwohl nervöser Erwartung des Briefträgers. Jeden Moment musste er um die Ecke kommen.

Der kleine Troll malte es sich seit zwei Tagen aus: Er auf der großen Titelseite. Eine Überschrift, so groß wie seine eingerissenen Fingernägel, rot unterstrichen, ihn in den höchsten Tönen lobend. Ein Leitartikel über den Werdegang des großen kleinen Trolls. Was hat Sie motiviert, diesen Weg zu beschreiten, kleiner Troll, würde es heißen. Mit großer Hingabe bestaunen wir das Werk von niemand geringerem als unserem kleinen Troll, würde es heißen.

Auf dem Weg vor dem Höhleneingang: Sabberspuren. Da, ein Pfeifen! Das musste der Briefträger sein!

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Melange

Der kleine Troll polierte fröhlich die silbernen Außenspiegel seines alten Escort. Heute war der große Tag gekommen. Mit einem flotten Wisch entfernte er Chipskrümel von den Stoffsitzen, mit den Fingernägeln pulte er eine verhärtete Schicht Hähnchensoße vom Armaturenbrett. Das Kondom, das er im Handschuhfach fand, konnte er nicht zuordnen. War vermutlich von Ronny übrig geblieben, als der sich den Escort für einen Sonntagsspaziergang mit Gabi ausgeliehen hatte.

Der kleine Troll drehte den Schlüssel um und drückte auf die Tube wie ein kleiner Weltmeister. Seine Höhle verschwand schnell hinter einer dichten Staubwolke am Horizont. Jetzt hol ich alles aus der Kiste raus, dachte sich der kleine Troll. Das Adrenalin schoss ihm in die Spitzen seiner Warzen. Im Straßengraben stand ein verrosteter Herd, die Ofentür halb aus den Angeln. Da blitzte es plötzlich.

Erschrocken drehte der Troll sich um. War er geblitzt worden?

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Höhle

Der kleine Troll putzte fröhlich einen Edelstein in seiner Höhle. Heute war der große Tag gekommen. Er schob den Stapel Pizzakartons munter pfeifend in eine hintere Ecke der Höhle. I was made for lovin‘ you, baby, plärrte es aus seinen Kopfhörern. Er blieb mit seinem dicht behaarten rechten Fuß an einigen zusammengepappten Tortilla-Chips kleben. Die waren noch vom Bierabend mit Ronny und Micha. Doch nicht lange, und der Wohnbereich glänzte.

Der kleine Troll lugte aus dem Fenster. War der König schon zu sehen mit seinem amtlichen Gefolge? Nervosität.

Er ging ins Bad. Mit einem kleinen Ast zog er wehmütig einen lange gewachsenen Popel aus seiner Nase und entsorgte ihn in den Mülleimer unter dem Waschbecken. Er sprühte seinen ganzen Körper mit Deo ein, jede Haarspitze war von einem schimmernden Deofilm benetzt. Gerade wollte er seine Zahnbürste suchen als es plötzlich am Höhleneingang klopfte.

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