— GUSTAV BEYER

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Tag "Interview"

jugendcreativ

Wofür brauchen wir Vorbilder? Warum messen wir uns so selten an Schwächeren? Wieso verehre ich, wen ich verehre? Für das Portal jugend creativ, dem 46. Internationalen Jugendwettbewerb der Volksbanken-Raiffeisenbanken habe ich mit Kunstwissenschaftler Hans Dieter Huber über Vorbilder gesprochen. Das Interview soll einen Einstieg zum diesjährigen Thema „Helden und Vorbilder“ schaffen, mit dem sich Jugendliche der 1. bis 13. Klasse aus verschiedenen Ländern im kreativen Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig auseinandersetzen.

Es gibt nicht den einen Experten für Starkult, oder die Fachfrau für Heldenverehrung. Hans Dieter Huber ist ein Kunstwissenschaftler und Autor, der sich mit beidem beschäftigt. Im Jetzt und im Gestern. Er vereint Kunst, Philosophie und Soziologie, wenn er jetzt mit mir über unser Thema spricht.

Herr Huber, ist Heldenverehrung irgendwie relevant für uns?

Lass uns nicht von Helden sprechen. Wer das Wort „Helden“ nutzt, spricht von Kriegshelden. Solchen, die sich für ihr Vaterland geopfert haben, und solchen, die zur politischen Instrumentalisierung eingesetzt wurden. Das ist sehr militärisch gefärbt. Lass uns deshalb lieber von Vorbildern reden. Oder von Stars meinetwegen.

In Ordnung. Haben die Menschen in der Antike auch schon Stars verehrt? Oder ist das ein Phänomen der Neuzeit?

Die Menschen haben sich schon immer Vorbilder gesucht. Das geht einher mit der Entwicklung der Medien. Als die ersten Texte und Schriften über Menschen entstanden, war ein neues Medium geschaffen, das auch für die Identifizierung mit Vorbildern genutzt wurde. Anweisungen für ein besseres Leben wurden verbreitet. Ganz früher ging das hauptsächlich über Mundpropaganda und Erzählungen.

Über Karl den Großen wurden schon zu dessen Lebzeiten Biografien angefertigt. Das war Kultbildung mit dem Beigeschmack politischer Beeinflussung. In der römischen Antike gab es auch schon Texte mit moralischer Vorbildfunktion. Mit fällt der Bericht über den Gallischen Krieg von Julius Cäsar ein, wo er sich ja selbst als Vorbild mystifiziert. Das ist ein gutes Argument, um die Leute auf Linie zu bringen. Schaut mal her, wie toll ich bin. (…)

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